Fagottquintett erfolgreich

20.06.2011 15:30

Ein Quintett bläst sich auf Platz 1

Daniel Casares siegt mit seinem Fagott-Ensemble beim Bundeswettbewerb „Jugend musiziert".

Von Gaby Mayer-Grum, Stuttgarter Zeitung

„Die Musik ist für mich zwar sehr wichtig, aber sie wird immer ein Hobby bleiben."

Daniel Casares über die Musik als Beruf

Was beim Eurovision Song Contest die ersehnten „douze points" sind, das ist bei „Jugend musi­ziert" das Traumergebnis von 25 Punkten. Diese Höchstwertung hat Daniel Casares aus Pattonville mit seinem Bläser-Ensem­ble abgestaubt. Beim Entscheid des Wettbe­werbs auf Bundesebene, der dieser Tage in Neubrandenburg stattfand, gelang dem Ta­lent der Musikschule Ludwigsburg der Sieg. Michael Imiolczyk, ebenfalls aus Pat­tonville, wurde mit einem drit­ten Preis ausgezeichnet.

Abgeklärt wie ein Profi lässt Daniel Casares den Wettbewerb noch einmal Revue passieren. Bereits beim Regionalentscheid und auch beim Landeswettbewerb hatten der Kontrafagottist und seine Mitstreiter Maximilian Cedarich (Remseck), Johannes Hund (Schwieberdingen), Jonas Imkampe (Eberstadt) und Felix Jahncke (Ludwigsburg) in der Kategorie „Bläser-Ensemble, gleiche Instrumente" die Maximalpunktzahl 25 erhalten. „Ich war deshalb überzeugt, dass wir auch beim Bundeswettbewerb ein gutes Ergebnis erreichen würden", sagt Daniel Casares. Dass es allerdings so gut ausfallen und sogar zum Bundessieg reichen würde, das überraschte ihn dann doch ein wenig. Daniel Casares ist mit seinen 19 Jahren der Älteste im Ensemble, der Jüngste ist gerade mal 13. „Und da ist es nicht ganz einfach, auf demselben Niveau zu spielen", sagt der Mu­siker, der gerade sein Abitur am Kornwestheimer Ernst-Sigle-Gymnasium gemacht hat. Die fünf Musiker spielten offenbar lo­cker über diesen Altersunterschied hinweg- die Jury vergab letztlich die Bestnote.

Viele Monate lang hat sich das Ensemble auf „Jugend musiziert" vorbereitet, immer montags übten alle fünf zusammen, und zwar immer dasselbe Programm - unter anderem die „Elefantenserenade" von Wolfgang Hofmann -, das vom Regional- bis zum Bun­deswettbewerb unverändert bleiben muss. Um zu verhindern, dass die jungen Musiker die Stücke nicht irgendwann überhatten, spielten sie zwischen durch auch anderes. „Damit wir nicht anfangen, das Wettbewerbsprogramm unsauber zu spielen", sagt Daniel Casares.

Seit zwölf Jahren nimmt er bereits Fagott-Unterricht, und dass er besonders ta­lentiert ist, stellte sich schon bald heraus. Bereits 2005 schaffte er es im Ensemble unter der Leitung von Detlev Reikow zum Bundeswettbewerb von „Jugend musiziert", wo die Fagottisten damals mit ei­nem dritten Platz ausgezeichnet wurden, 2008 folgt ein zweiter Platz. Seit 2009 ist er Mitglied des Landesjugendorchesters Baden-Württemberg. Und nun also der Bundessieg bei „Jugend musiziert", das als Sprungbrett für den Nachwuchs gilt, der die Musik zum Beruf machen will.

Kann sich das auch Daniel Casares vorstellen? „Die Musik wird für mich immer wichtig sein", sagt der 19-Jährige, „aber sie wird ein Hobby bleiben." Seine berufliche Zukunft sieht er vielmehr in den Naturwissenschaften. Chemie oder Physik wird er wohl studieren - eine Entscheidung hat er so kurz nach dem Abitur aber noch nicht getroffen. Erst einmal will sich der Pattonviller eine kleine Auszeit gönnen. Dabei habe er den Wettbewerb selbst als gar nicht besonders stressig empfunden, erzählt Daniel Casares. Eine gewisse Anspannung habe er zwar verspürt, „aber wir hatten schon so viele Auftritte, dass ich das Vorspiel eher genossen habe." Lampenfieber habe er kaum noch. „Ich spiele ja auch schon sehr lange."

Ein echter Bühnenprofi ist mittlerweile auch Michael Imiolczyk. Der 18-jährige Pia­nist, der in der Kornwestheimer Musikschule unterrichtet wird, stellte sich in Neubrandenburg ebenfalls der Jury, nach­dem er sich souverän über Regional- und • Landesentscheid für den Bundeswettbewerb qualifiziert hatte. Dort erspielte er sich 20 von 25 möglichen Punkten, was ei­nen dritten Preis bedeutet.

JUGEND MUSIZIERT

Bei der 48. Auflage des Bundeswettbewerbs „Jugend musiziert" sind 2300 Teilnehmer angetreten - es war das bisher größte Finale des Wettbewerbs. Insgesamt wurden 352 erste, 538 zweite und 688 dritte Preise vergeben. Besonders groß war die Konkurrenz bei den Solopianisten: Mehr als 300 hatten die Qualifikation geschafft.

Musikrat Der Bundesentscheid wird jeweils an einem anderen Ort ausgetragen und steht unter Schirmherrschaft des Bundespräsidenten. Träger ist die Projektgesellschaft des Deutschen Musikrats. Der Verband mit Sitz in Bonn vertritt nach eigenen Angaben Vereine mit rund acht Millionen Mitgliedern, gmg

 

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