Junge Musiker ganz klassisch

23.06.2009 00:00

Jugendliche überzeugen mit Zuckerschock Fairy

Während im ersten Teil des Konzerts Sinfonien von Boccherini und Schubert gespielt wurden, glänzte an-schließend Cello-Talent Juli­us Himmler als Solist beim Dvoräk -Konzert in h-Moll.

Der Abend beginnt mit ei­ner recht kurzen Sinfonie in D-Dur von dem italieni­schen Komponisten Luigi Boccherini. Dieser hat sein in vier Sätze gegliedertes Werk bereits im Alter von 18 Jahren komponiert. Dass das nicht wesentlich jüngere Orchester bei den Streichern ersatzgeschwächt ist, fällt nicht auf. Es brilliert bereits im ersten Allegro und zeigt, dass es im Bereich der Klas­sik mehr Komponisten zu entdecken gibt als nur Mo-zart und Haydn.

Das Werk wird dann vom Andante über das Menuet­to-Trio hin zum Presto im­mer beschwingter. Musik, die zur Jahreszeit Sommer passt: Sie ist belebt, leicht und sonnig - und viel zu schnell wieder vorbei.

Ein Kontrast bietet im An­schluss dagegen die Sinfo­nie Nr. 7 in h-Moll von Franz Schubert. Sie wird auch ger­ne als Schuberts unvollen­dete Sinfonie bezeichnet, da der Komponist nie über ei­nen zweiten Satz hinausge­kommen ist. Erst 40 Jahre nach Schuberts Tod wurde die Sinfonie uraufgeführt.

Und auch hier schafft es das Orchester, das Werk des Komponisten auf hohem Ni­veau zu ehren. Wunderbar gelingt es, den Mythos der Sinfonie zum Ausdruck zu bringen: Die sich hoch-schraubenden Streicher ste­hen im Kontrast zu den Har­monien der Bläser.

 Der Höhepunkt des Abends kommt allerdings erst gegen Ende: Cellist Juli­us Himmler spielt ein Solo zum Konzert in h-Moll von Antonin Dvoräk. Himmler, mehrfacher „Jugend musi­ziert"-Preisträger und Aus­nahmetalent, meistert die­ses anspruchsvolle Stück mit, Leichtigkeit. Virtuose Fingerarbeit des Cellisten wechselt sich ab mit weitge­spannter thematischer Ar­beit des Sinfonieorchesters.

Julius Himmler verliert sich dabei in der Musik, streift mal sanft über den Steg seines Cellos, mal schreiten seine Finger tem­poreich, aber immer präzise über die Saiten. Sein Vibrato gibt den Celloklängen Nach-druck. Er zeigt, wieso das Cellokonzert h-Moll zu den Vorzeigestücken eines jeden talentierten Cellisten gehört. Das Publikum verfolgt das Dargebotene: Konzentriert, sprachlos und am Ende mit großem Applaus.

 

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