Eine Gewerbeschau in außergewöhnlichem Ambiente

17.11.2008 14:30

„Markt der Besonderheiten” im Residenzschloss lockt zahlreiche Besucher - Einzelhändler und Handwerker präsentieren sich

Das Konzept von Organisatorin Ute Werner geht auf: „Abwechslungsreiche Produkte in einem absolut unvergleichlichen Ambiente gemeinschaftlich präsentiert.” Das zieht. Die Atmosphäre ist entspannt. Von Konkurrenzgedanken keine Spur, denn Umsatz ist am Sonntag Nebensache. Wer mit-macht, will sich zeigen.

Beim Start der Messe vor sieben Jahren konnte Werner sechs Kaufleute für ihre Idee gewinnen. Heute sind es zwei Dutzend Einzelhändler und Handwerker. Damit sei eine kritische Grenze erreicht, meint die Veranstalterin. Denn der Platz werde knapp, und weitere Räume von der Schlossverwaltung anzumieten würde den finanziellen Rahmen sprengen. Aber: „Interesse wäre da.”

Viele der Besucher sind Wiederholungstäter. Eine Frau meint: „Es ist so wohltuend anders.” Es sei das Umfeld des Schlosses, das die exklusive Produktpalette noch einmal mehr hebe.

Die Jugendmusikschule hat sich beinahe überall ausgebrei­tet. Junge Musiker und Lehrer — 50 an der Zahl — unterhalten die Gäste. In der Ordenskapel­le, vor dem Eingang zum Hauptbau, vor der Schlosskir­che und im zweiten Stock des Urschlosses. Von improvisierter Schlagzeugperformance bis hin zum klassischen Konzert für kleines Orchester reicht das Angebot. Musik satt von 11 bis 16 Uhr auf vier Bühnen. „Wir wollen zeigen, was in der Karlskaserne geleistet wird, und demonstrieren, dass wir ein Teil von Ludwigsburg sind”, erklärt Musikschul-Chef Wilfried Peschke. Ein Restaura­tor lässt sich auf die Finger schauen, wie er das Furnier einer 300 Jahre alten Kommode rettet. „Wer sich nicht sicher ist, ob er daheim Kruscht oder Kunst stehen hat, sollte besser nachfragen, statt selbst Hand anzulegen und zu pfuschen”, rät Michael Uttmold.

Der Markt der Besonderheiten ist ein Sinneserlebnis. Man kann genießen, probieren, hören, erleben und sich selbst verwöhnen lassen. Ein besonderes Experiment hat sich das Weingut Herzog von Württemberg einfallen lassen. In undurchsichtigen schwarzen Gläsern kann jeder seinen Ge­ruchssinn testen. Vanille, Quitte, Sauerkirsche. „Kinder haben das feinere Näslein”, beobachtet Claudia Krügele.

Mit einem frisch zubereiteten Orangentrüffel im Mund kann man einem Porzellanmaler zuschauen, der mit feinem Pinsel und zitterfreier Hand die neue Christschmuck-Serie der Manufaktur dekoriert.

So viel Trubel ist selten im Schloss. Und viele nehmen zu-mindest Anregungen nach Hause mit, was sie den Liebsten schenken werden. Impulse dazu gab's reichlich.

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