Heimspiel in Ludwigsburg

01.12.2008 17:30

Bundespräsident und Gattin werden bei Benefizkonzert für Karlshöhe gefeiert

Und plötzlich ist Frühling an diesem Novembertag. Als die US-amerikanische Sopranis­tin Kirsten Blaise das von Hu­go Wolf vertonte Mörike-Ge­dicht „Er ist's” singt („Früh­ling lässt sein blaues Band/ Wieder flattern durch die Lüf­te"), da scheinen draußen vor dem Louis-Bührer-Saal die letzten Schneereste zu schmelzen, ein Hauch von Blütenduft schwebt durch die Zuhörerreihen.

Der kommt dann aber doch von den Blumensträußen, die Eva Luise Köhler als Schirmherrin des Freundeskreis der Karlshöhe höchstpersönlich den Solisten der Matinee überreicht: Da ist einmal die wunderbare Sängerin mit ih­rer Klavierbegleitung Ai Aoki, da sind die Brüder Johannes (Fagott) und Julius (Violon­cello) Himmler, die das Publi­kum mit ihren virtuosen Dar­bietungen begeistert haben.

Ein bisschen Wahlkampf

Und da sind natürlich auch die 50 Musiker des Jugendsin­fonieorchesters Ludwigsburg (JSO), mit denen Leiterin Ute Kabisch eine Meisterleistung zeigte. Vor allem, wenn man bedenkt, dass das Ensemble gerade seinen allherbstlichen Generationswechsel hinter sich hat: 16 junge Nach­wuchsmusiker sind erst kürz­lich neu ins JSO aufgenom­men worden, hatten also ges­tern ihre Premiere — mit Erfolg.

Die 550 Zuschauer im knallvollen Louis-Bührer-Saal danken mit langem Applaus. Den gibt es auch für das, was gesagt wird. Zum Beispiel nach den Worten des Vor­standsvorsitzenden der Kreis­sparkasse, Dr. Heinz-Werner Schulte, der das Ehepaar Köhler begrüßt: „Willkom­men zu Hause in Ludwigs­burg.

Beifall gibt es zudem, als Ulrich Ruetz vom Vorstand des Freundeskreises in Rich­tung des Bundespräsidenten betont, nicht nur die Lud­wigsburger sähen „mit Hoff­nung und Freude auf Ihre Wiederwahl im kommenden Jahr”.

Es wird auch gelacht an diesem Vormittag, etwa als Eva Luise Köhler ihr Gruß­wort augenzwinkernd be­ginnt mit: „Sehr geehrter Herr Bundespräsident!”

Sie erzählt, dass sie sehr gerne nach Ludwigsburg ge­kommen sei. Dass sie sich freue, als Schirmherrin des Freundeskreises etwas für die Bewohner der Karlshöhe, vor allem des Haus auf der Wart, bewirken zu können: „Das Projekt hilft vielen Menschen, das Leben von einer freundli­cheren Seite zu sehen.”

Und am Ende dankt sie den Mitwirkenden: „Es war für mich ein ganz wunderbares Konzert.” Beim anschließen-den Empfang folgt das Bad in der Menge, die Köhlers schüt­teln viele Hände, sprechen mit den jungen Musikern.

Am heutigen Montag will Eva Luise Köhler die Karlshö­he besuchen, nachmittags geht es für das Ehepaar dann im Schloss weiter: dort feiert die Zentrale Stelle ihr 50-jäh­riges Bestehen.

Zurück

Archiv 1969 - 2009

Links