Jugendsinfoniker im Opernhaus

04.07.2008 16:22

Ludwigsburger Ensemble musiziert am Sonntag mit dem Stuttgarter Staatsorchester. Generalmusikdirektor Manfred Honeck probt mit dem Ludwigsburger Jugendsinfonieorchester.

Auf dem Programm: Ravels „Bo­lero”, Mussorgskys „Bilder einer Ausstellung” und Auszüge aus Gustav Mahlers Liederzyklus „Des Knaben Wunderhorn” Um 10 Uhr am gestrigen Donners­tagmorgen im Probensaal der Stuttgarter Staatsoper. Ein Mit­glied des Staatsorchesters be­grüßt die Gäste vom Jugendsin­fonieorchester Ludwigsburg. Nun betritt Manfred Honeck, der Stuttgarter GMD (Generalmusik­direktor), den Saal, hebt den Taktstock: „Wir fangen gleich an mit der Promenade.” Honeck wirkt angespannt, doch sogleich lockert sich seine Körperhaltung und er blickt anerkennend hi­nauf zur Trompeterin Sabeth Fladt. Sie darf das bekannte Trompetenmotiv am Anfang von Modest Mussorgskys „Bildern ei­ner Ausstellung” blasen, und sie macht das auf Anhieb fast per­fekt.

Später, beim Gespräch in der Pause, meint sie: „Ich kann das noch besser spielen!” Für Sonn-tag jedenfalls kann man der be­gabten jungen Musikerin nur „toi, toi, toi” wünschen. Manfred Honeck findet die von Lothar Zagrosek und Siegfried Bauer 2005 begonnene Patenschaft des Staatsorchesters mit dem Lud­wigsburger Jugendsinfonieor­chester ganz wichtig. Er erhofft sich für einige der Jugendlichen

eine „Initialzündung”, so wie er das selber vor vielen Jahren in Wien erlebt hat, wo Honeck in einem Jugendorchester spielte und später Bratschist der Wiener Philharmoniker wurde.

Auch hat Honeck selbst das Orchester der Wiener „Jeunesses musicales” gegründet und Clau­dio Abbado beim Aufbau des Gustav-Mahler-Jugendorches -

ters assistiert. Mit Jugend-lichen zu arbeiten, sieht er als „großar­tige Herausforderung” und be­tont: „Wir müssen die Arbeit ge­nauso ernst nehmen wie die jun­gen Musiker, die sich sehr ernsthaft auf dieses Konzert vorberei­tet haben.”

Ute Kabisch, die seit zwei Jah­ren das Jugendsinfonieorchester leitet, hat das anspruchsvolle Programm seit Beginn des Jahres mit den 45 Jugendlichen einstu­diert. Besonders beeindruckt hat die meisten von ihnen die Episode mit der Hexe Baba Yaga ir. Mussorgskys „Bildern einer Ausstellung”.

Aber auch am „Gnom” und dem „Gespräch der beiden Juden Samuel Goldenberg und Schmuyle” arbeitet Honeck in der Probe intensiv. Nach Detail arbeit mit der Blechbläser-For mation beider Orchester lobt Honeck: „Das war sehr gut jetzt wunderbar!”

Info: Das Partnerschafts-konzert mit dem Staatsorches-ter findet am Sonntag, 6. Juli, um 11.30 Uhr in der Staatsoper statt. Mit leicht geändertem Programm (Fagottkonzert von Danzi statt „Bolero” von Ravel) wiederholt das Jugendsinfonieorchester das Konzert am 13. Juli um 18 Uhr im Bürgersaal des Ludwigsburger Forums. Solisten sind Johannes Himmler (Fagott) und der Tenor Denis Marr.

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