Mehr Geld für Ludwigsburgs Kultur
27.12.2011 17:13
Nach vielen Jahren Finanzbasis für städtische Einrichtungen verbessert. Stadtverwaltung und Gemeinderat haben sich unter Ausschluss der Öffentlichkeit geeinigt
Die Ziele der Landeskunstkonzeption hat sich auch Ludwigsburg auf die Fahne geschrieben. Kultur soll für alle sein. Sie soll bilden, soll integrativ wirken und die Jugend fördern, man erwartet sich aber auch einen Imagegewinn für die Stadt und möchte Impulse geben, heißt es in einem Papier.
Sehr viel weniger mitteilsam zeigen sich die Verantwortlichen, wenn es um die einzelnen Einrichtungen geht. Fast ein Jahr haben sich Stadt und Gemeinderat Zeit genommen, um unter Ausschluss der Öffentlichkeit über Kultur und Kulturpolitik in Ludwigsburg zu diskutieren. Zwei Klausurtagungen gab es, viele Anregungen und eine lange Übersicht über alle Kultureinrichtungen und Kulturprojekte.
Wer nun von der Kommunalpolitik eine Kulturdebatte erwartete, die die Vielfalt und die kulturellen Reichtümer in der Stadt preist, lag falsch. Am Ende des Jahres gab es einige Anträge der Fraktionen, die Verwaltung nannte bei der Haushaltsdebatte ein paar Zahlen.
Weiter steigende Beiträge nicht machbar
Dabei gibt es Erfreuliches zu berichten, wird doch die finanzielle Ausstattung der Kulturvereine und Kultureinrichtungen verbessert. Zum einen wird die im Jahr 2009 beschlossene fünfprozentige Kürzung zurückgenommen, wodurch der Kultur insgesamt 120 000 Euro mehr zufließen. Zum anderen er-halten einige Einrichtungen mehr Zuschüsse als bisher, zunächst befristet für drei Jahre.
Dazu gehört die Jugendmusikschule, die seit Jahren versucht, die stagnierenden städtischen Zuschüsse auszugleichen und das Defizit in den Griff zu bekommen. Zuletzt stand sie vor einem Minus von 58 000 Euro. In den nächsten Jahren wäre dieser Betrag weiter abgerutscht, obwohl schon Maßnahmen ergriffen worden sind, die Situation zu verbessern. Noch mehr Einzelunterricht und weiter steigende Beiträge waren nicht machbar. Rund 28 000 Euro durch die Rücknahme der Kürzungen, die Förderung wurde für drei Jahre zusätzlich um jeweils 15 000 Euro aufgestockt. Der Gesamtzuschuss für die Schule beläuft sich auf 712 000 Euro.
Auch die Tanz- und Theaterwerkstatt (TTW) ist trotz der recht hohen Eigenfinanzierung - erwirtschaftet mit Veranstaltungen und über Sponsoren und Drittmittel – in einem Dauerminus. Die Zahlen des letzten Jahresberichts waren wenig erfreulich. Auch hier gelte es, ein „strukturelles Defizit” auszugleichen, soWiebke Richert, Leiterin des städtischen Fachbereichs Kunst und Kultur, auf Nachfrage unserer Zeitung. So bekommt die Einrichtung, die sich mit zahlreichen Veranstaltungen mit Jugendlichen und Migranten und auch als Partner des Bürgertheaters einen Namen gemacht hat, mehr Geld für ihre Arbeit. 7450 Euro macht die Rücknahme der Kürzungen im Jahr aus, der Zuschussbetrag wird um jährlich 38 000 Euro aufgestockt. Die TTW kommt da-mit auf über 150 000 Euro jährlich.
Seit langem darbt auch das Sinfonieorchester. Seit mehr als zehn Jahren ist der Zuschuss nicht mehr erhöht worden. Die Folge: Ludwigsburgs Orchester, das gerade auch mit den Familien- und Kinderkonzerten viele erreicht, konnte sich nur noch ein großes Sinfoniekonzert im Forum leisten. Es gab Zeiten, in denen es viermal im Jahr vor Ludwigsburger Publikum auftrat.
2012 hätte es sich einen Auftritt im Forum nicht mehr leisten können. „Der Output war geringer”, so die Kulturchefin Richert. Geringe Zuschüsse und höhere Mieten führten zu der übermäßigen Belastung. Jetzt erhält das Orchester 1400 Euro durch die Rücknahme der Kürzungen und für drei Jahre jeweils zusätzlich 10 000 Euro. Damit verbunden ist auch, so Richert, dass wieder Konzerte im Forum stattfinden können. „Unbedingt”, sagt sie. „Wir wollen das auch in unsere Aboreihen einbauen.” Bisher betrug der Zuschuss insgesamt 27 500 Euro.
Kürzungen werden zurückgenommen
Der Verein Kulturwelt, der sich der Jugendkulturarbeit und der Theaterpädagogik an Schulen verschrieben hat, erhält gleichfalls eine höhere Förderung. Statt 20 000 Euro kann er mit 30 000 Euro rechnen. Noch fehlt ein Proberaum, der damit finanziert werden könnte.
Besser gestellt werden auch andere Kultureinrichtungen in der Stadt. Bei ihnen werden lediglich die Zuschuss-Kürzungen zurückgenommen. So erhält die größte Kunstschule im Land, die Kunstschule Labyrinth, wieder rund 6000 Euro mehr. Sie macht Angebote im Bereich Tanz, Theater und Bildender Kunst. Mehr Geld erhalten auch das Kunstzentrum Karlskaserne, das mit einem Betrag von 11 000 Euro rechnen kann, und die Junge Bühne, der die eingesparten 4000 Euro wieder zu-gestanden werden.
Das städtische Museum erhält einen Beitrag von 14 000 Euro, das gleichfalls von Kürzungen betroffen war. Im Gemeinderat war diese Förderung etwas umstritten. Es stimmte nur knapp die Hälfte für die Freigabe dieses Betrags, weil bereits beim Museumsneubau in der Eberhardtstarße finanziell
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